Es muss aktiv gehandelt werden

Steuerberater Manfred Schekulin im Interview



Steuerberater Manfred Schekulin über die Notwendigkeit, bei sich selbst zu beginnen.


Manfred Schekulin, Geschäftsführer des Standortes St. Johann der erfolgreichen Prodinger Steuerberatungsgruppe sowie Gesellschafter des Pongauer Energiezentrums, ortet eine günstige Zeit für den konsequenten Umstieg auf zukunftsfähige erneuerbare Energie.

Sie sind am Thema "erneuerbare Energie" besonders interessiert und nutzen in Ihrem Unternehmen bereits E-Fahrzeuge. Was hat den Anstoß dafür gegeben?
Der Anstoß kam von Roland Haslauer von der GFB, der sich mit dem Thema ja schon lange beschäftigt und seit vielen Jahren elektrisch fährt. Was aber letztendlich den Ausschlag gegeben hat, war das immer stärker werdende Gefühl, etwas für die Umwelt tun zu wollen, aktiv zu handeln. Es muss jetzt etwas passieren und zu warten, bis die anderen anfangen, funktioniert ja nicht. Aber natürlich haben mich auch die steuerlichen Vorteile überzeugt.

Wie viele Autos haben Sie bereits im Einsatz?
Wir haben inzwischen erst zwei E-Autos, wollen das jedoch konsequent ausbauen. Das ist durchaus auch durch die günstige steuerliche Situation motiviert, die bei vielen Unternehmen auf großes Interesse stößt. Wir rechnen damit, dass in den nächsten Monaten deutlich mehr E-Autos zugelassen werden. Bei uns im Unternehmen war der erste Schritt, uns mit diesen ersten beiden E-Autos an die neue Antriebstechnologie zu gewöhnen. Nach anfänglicher Skepsis fahren jetzt alle gerne mit den E-Fahrzeugen.

In welchen Bereichen werden die E-Autos verwendet?
Eines der Fahrzeuge ist ein Pool-Auto, das von verschiedenen Mitarbeitern gefahren wird. Das andere wird zusätzlich zur An- und Abfahrt von drei Mitarbeitern aus dem benachbarten Pinzgau eingesetzt und steht tagsüber dann ebenfalls als Pool-Auto zur Verfügung.

Sie sind einer der Gesellschafter des "Pongauer Energie Zentrum". Was sind die Ziele des Energiezentrums?
Die Grundidee ist, den Bezirk Pongau energieautark zu machen. Der Weg dorthin ist natürlich lang. Im Moment sind wir in der Startphase und arbeiten verschiedene Energieoptimierungskonzepte aus, deren Basis Photovoltaik ist. Der Urvater des Pongauer Energie Zentrums, Leo Huttegger, betreibt eine der größten privaten Photovoltaik-Anlagen Österreichs. Diese Konzepte sind umfassend und beinhalten natürlich Speicherung und Mobilität, sodass sie letztendlich in allen Pongauer Gemeinden umgesetzt werden können.

Zusätzlich unterstützt das Pongauer Energie Zentrum die Forschung, Entwicklung und Umsetzung eines effizienten Einsatzes von Wasserstoff. In diesem spannenden Bereich gibt es eine Zusammenarbeit mit Professor Georg Brunauer, der im Bereich Wasserstoff forscht und einen Lehrstuhl an der FH Salzburg innehalt. In Salzburg ist geplant, zu diesem Zweck ein Josef-Ressel-Zentrum zu gründen, das von öffentlichen Stellen und Unternehmen gemeinsam finanziert wird.

Im Mittelpunkt steht ein besonders spannenden Projekt.
Ja, in der Gemeinde Flachau soll ein Musterprojekt umgesetzt werden. Die Voraussetzungen sind ideal: Mittels der vorhandenen Photovoltaik-Großanlage bzw. durch eine geplante Windkraft-Anlage wird Strom erzeugt, mit einem Elektrolyseur wird die Wasserstofferzeugung durchgeführt, ebenso wird die Wasserstoffspeicherung mitgeplant. Durch die Nähe zur Tauernautobahn soll es möglich sein, an der Autobahn sowohl eine Wasserstoff- als auch eine Stromtankstelle anzubieten. Die Asfinag ist hier bereits invoilviert.

Besonders spannend ist auch ein Projekt für die Seilbahnwirtschaft - das Pongauer Energie Zentrum ist gemeinsam mit dem Unternehmen Kässbohrer und anderen Spezialisten an einer von der FFG unterstützten Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen Pistenraupe beteiligt. Eine Marktstudie, welche das Interesse der Seilbahnwirtschaft an einem derartigen Projekt erheben soll, wurde bereits durchgeführt. Die Zustimmung ist groß, weil gerade Seilbahngesellschaften, deren Geschäftsmodell am besten in einer intakten Natur funktioniert, großes Interesse haben, ihren Teil dazu beizutragen, dass diese Natur auch intakt bleibt.

Wir sind die Reaktionen auf Ihre geplanten Projekte?
Wir haben uns anfangs eine höhere Bereitschaft vor allem der Gemeinden erwartet, sich mit dem Thema erneuerbare Energie auseinanderzusetzen. Heute wissen wir, dass es ein langer Weg ist. Dennoch tut sich viel, es ist eine spannende Zeit der Veränderung, die wir wohl alle spüren. Diese Grundstimmung wird die Durchführung derartiger innovativer neuer Projekte beschleunigen.

 

 


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