Es gibt keine Ausreden mehr.

Landwirt Sepp Eisl ist ein Vorreiter bei der Umstellung auf erneuerbare Energie



Der ehemalige Salzburger Agrar-Landesrat Sepp Eisl bewirtschaftet mit seiner Familie das Seegut Eisl am Wolfgangsee, einen Erbhof, der seit über 500 Jahren von der Familie Eisl bewirtschaftet wird. Das Denken an künftige Generationen ist hier besonders ausgeprägt.

Sie haben schon viele Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, sowohl im Energie- als auch im Mobilitätsbereich. Was treibt Sie an?
Die Hauptmotiviation ist, dass wir den nachkommenden Generationen eine Welt hinterlassen wollen, die lebenswert ist und auch nicht zu sehr vom Klimawandel beeinträchtigt wird. Deshalb müssen fossile Brennstoffe vermieden werden. Das zweite Motiv ist, dass wir als Land Österreich, aber auch als Betrieb, mit erneuerbarer Energie unabhängig in der Energieversorgung werden können. Auch das ist für mich ein wichtiger Aspekt.

Die Land- und Forstwirtschaft ist vom Klimwandel besonders betroffen. Merken Sie bereits Veränderungen?
Wir hatten in den Jahren 2018 und 2019 mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Da merkt man recht schnell, wie machtlos man als Mensch ist, wenn zum Beispiel der Regen fehlt. In diesen Jahren ist fast die Hälfte der Ernte ausgefallen. Das heißt, dass die Futtergrundlage für unsere Tiere fehlt, das heißt aber auch, dass die Erwerbsgrundlage für uns alle fehlt und zum Schluss auch die menschliche Ernährung darunter leidet.

Wie reagieren Sie auf die Veränderung?
Zum Beispiel in der Forstwirtschaft sind wir uns dessen bewusst, die die Maßnahmen, die wir jetzt setzen, erst in der nächsten oder übernächsten Generation wirken werden. Es ist daher besonders wichtig, jetzt das richtige zu tun. Wir pflanzen als Reaktion auf die Erwärmung beispielsweise jetzt mehr Mischwälder und setzen dabei verstärkt auf das System der Naturverjüngung des Waldes.

Sie tragen Ihren Teil, die Erderwärmung zu stoppen, sehr konsequent bei. Auf erneuerbare Energie haben Sie mit einem Hackschnitzel-Heizwert, Solarthermie und Ökostrom bereits umgestellt. Welche Maßnahmen sind für den Bereich Mobilität geplant?
Im Fahrzeugbereich haben wir seit zwei Jahren einen BMWi3 im Einsatz. Das it ein spaßiges Fahrzeug, mit dem die Leute gerne fahren. Das hat uns ermutigt, auch bei anderen Fahrzeugen umzustellen. Wir haben einen Bus für den Personentransport und die Auslieferung von Käse, Joghurt und Speiseeis. Der wird noch heuer auf ein entsprechendes E-Fahrzeug umgestellt. Auch unseren Caddy wollen wir durch ein ähnliches E-Modell ersetzen.

Generell achten wir darauf, Autofahrten zu vermeiden. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, werden wir ein Lastenfahrrad anschaffen, um damit kleinere Transportwege vom Auto auf das Lastenfahrrad zu verlagern. Bei der internen Mobilität haben wir heuer auf ein elektrobetriebenes Stapler-Fahrzeug umgestellt. Auch unser elektrisch betriebener Kehrbesen funktioniert einwandfrei. Es gibt schon viele Möglichkeiten, E-Antrieb einzusetzen. Auch in schwierigeren Bereichen, wo die Entwicklung noch nicht so fortgeschritten ist, engagieren wir uns. So sind wir beispielsweise mit einem österreichischen Bauhersteller von elektrisch betriebenen Radlagern in Kooperationsgesprächen, über die Entwicklung eines Testzyklus.

Auch in Richtung Energieautonomie gibt es schon Pläne.
Damit wir die Energie, die wir für unsere E-Fahrzeuge brauchen, selber produzieren können, wollen wir auf dem Stallgebäude eine PV-Anlage errichten, die ca. 60.000 kWh Strom produziert. Das ist dann schon mehr als wir mit den Fahrzeugen verbrauchen. Darüber hinaus überlegen wir, ob wir noch eine weitere PV-Anlage auf einem anderen Gebäude installieren. Das muss aber noch entschieden werden.

 

 


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