Ein Pionier der emissionsfreien Mobilität.

Interview mit Gerald Heerdegen.



Foto: Andreas Hauch


Sie sind ein Pionier im Bereich emissionsfreie Unternehmens-Mobilität. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, E-Fahrzeuge in Ihrem Fuhrpark einzusetzen?

Wir wollten ein klares Zeichen setzen und zeigen, wie ernst wir das Thema CO2-Reduktion nehmen und dass wir es als unbedingt notwendig erachten. Deshalb haben wir auch den Sprung ins kalte Wasser gewagt und versucht, von heute auf morgen unseren österreichweiten Außendienst hauptsächlich elektrisch zu bewältigen. Besonders wichtig war mir dabei die Verbindung zur eigenen Photovoltaik-Anlage. Wir haben eine 600 m2-Anlage installiert, diese Kombination ist notwendig, wenn man das Prinzip der Nachhaltigkeit auf allen Ebenen realisieren will. Einer der Gründe für unseren Entschluss war auch, dass wir den Auto-Herstellern klar signalisieren wollten, beim Thema emissionsfreie Mobilität aktiver zu werden.

Welche E-Fahrzeuge verwenden Sie für welchen Zweck?

Vor drei Jahren haben wir begonnen, mit einem Renault-Kangoo den ganzen Regional-Verkehr abzudecken. Auch ich bin ihn gefahren, im Winter wie im Sommer, auch privat und habe hier Erfahrung gesammelt. Im Winter war`s nicht so einfach, im Sommer war`s ok. Im regionalen Bereich ist das machbar. Durch einen Zufall bin ich dann auf Tesla gestoßen und habe im Tesla-Shop in Salzburg ein sehr anregendes Gespräch geführt. Daraufhin habe ich zu prüfen begonnen und mich schließlich spontan entschlossen, zwei Tesla in den Fuhrpark aufzunehmen. Nach Rücksprache mit meinen Außendienst-Mitarbeitern haben wir uns einen 90 D und einen 60 D Tesla zugelegt und uns zum Ziel gesetzt, österreichweit den Außendienst elektrisch zu absolvieren.

Was sind die Herausforderungen im Unternehmensalltag?

Einerseits ist es die tägliche Planung: Wer fährt mit welchem Auto wohin? Besonders längere Reisen brauchen einen guten Zeitplan, da man ladeinfrastrukturbedingt an Flexibilität verliert. Mit Super-Chargern auf den Hauptrouten ist alles relativ einfach. Schwieriger ist es in den entlegeneren Gebieten: Da braucht man ein Hotel, in dem man auftanken kann oder man plant eine Reise so, dass man in der gleichen Region mehrere Termine absolvieren kann. Der andere Teil ist die Temperatur. Je kälter es wird, je mehr verliert man Reichweite. Und dann wird`s schwierig. Die Lösung ist derzeit, dass man als Backup ein Benzin- oder Dieselauto hat.

Was können Sie Unternehmen empfehlen, die ebenfalls E-Fahrzeuge einsetzen möchten.

Grundsätzlich sollte man sich den täglichen Bedarf anschauen. Unser Außendienst fährt im Schnitt täglich 220 km. Das war eine wichtige Kennzahl. Unternehmen, die regional tätig sind, tun sich hier sicher leichter mit dem Umstieg auf E-Mobilität. Wenn man wie wir österreichweit tätig ist kommen die Themen Lade-Infrastruktur, Ladezeiten sowie Batterie- und Ladeleistung ins Spiel. Prinzipiell ist es bei guter Planung kein Problem, die täglichen Herausforderungen zu bewältigen. Der Entschluss, den österreichweiten Außendienst elektrisch zu absolvieren, war rückblickend eine sehr mutige Entscheidung. Jetzt nach dem zweiten – phasenweise sehr kalten Winter – merkt man, wo die Probleme liegen und diese lassen sich grundsätzlich organisatorisch klären. Aktuell optimieren wir gerade die Planung und wickeln viel mehr über telefonische Beratung ab.

Welche Verbesserungen wünschen Sie sich? Von Seiten der Politik, von Seiten der Infrastruktur-Anbieter, von Seiten der Auto-Hersteller?

Von der Politik würde ich mir wünschen, dass sie sich nicht nur auf E-Mobilität konzentriert sondern auch andere Technologien mit berücksichtigt, wie beispielsweise Wasserstoff oder andere zukunftsweisende Antriebe. Und natürlich muss die Ladeinfrastruktur verbessert werden. Generell sollten wir jedoch als Gesellschaft umdenken, vom Auto-für-Jeden hin zu Sharing-Modellen usw.


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