Energie so effizient wie möglich einsetzen.

Magdalena Teufner-Kabas, Florian Kabas/kleinkraft



Foto: Johannes Zinner


Magdalena Teufner-Kabas und Florian Kabas helfen Unternehmen von der Energiewende zu profitieren und unterstützen bei technischen und wirtschaftlichen Fragen. Der Schlüssel für die Energiewende ist für sie die Energieeffizienz in Kombination mit erneuerbaren Energien.

Sie beraten Unternehmen beim Umstieg auf erneuerbare Energie und zu Energieeffizienz. Was sind die großen Herausforderungen dabei?
Florian Kabas: Der unterschiedliche Zugang von Technikern und wirtschaftlichen Entscheidern ist eine große Herausforderung. Für die technische Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen und den Umstieg auf erneuerbare Energie ist eine umfassende Betrachtung des Betriebes notwendig. Techniker wissen oft genau, wie eine gute Lösung funktionieren könnte, können das aber wirtschaftlich schwer darstellen. Diese neuen Lösungen müssen jedoch entsprechend aufbereitet werden, damit ein Geschäftsführer sie bewerten kann und dadurch die Chance hat, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Es ist oftmals unsere Rolle, hier zu vermitteln und die Unterlagen entsprechend aufzubereiten: Die benötigten Berechnungen zu machen, mögliche Förderungen aufzuzeigen und dergleichen. So entsteht ein entscheidungsfähiges Projekt.

Magdalena Teufner-Kabas: Aus der technischen Sicht ist die größte Herausforderung, dass die Betriebe sehr unterschiedlich sind. Selbst wenn sie dasselbe Produkt produzieren, sind die Prozesse nicht immer dieselben. Deshalb ist es kaum möglich, Standardlösungen anzubieten.   

Wie kommt man am besten zu einer guten Lösung?
Magdalena Teufner-Kabas: Das wichtigste sind die Energieeffizienz-Potentiale. Dafür braucht es eine detaillierte Analyse des Unternehmens. Nur so können diese Energieeffizienz-Potentiale komplett aufgezeigt werden. Selbst bei Unternehmen, die schon einiges umgesetzt haben, gibt es immer noch Spielraum nach oben. Erst im zweiten Schritt sollte man sich dann überlegen, wie man mit erneuerbarer Energie Lösungen finden kann. So ist gewährleistet, dass nur die Energie produziert bzw. bezogen werden muss, die auch wirklich benötigt wird.

Sie sind auch in Forschungsprojekte involviert. Warum ist Ihnen das wichtig?
Magdalena Teufner-Kabas: Wir arbeiten in Forschungsprojekten, um für Industriebetriebe Lösungen für eine klimaneutrale Produktion aufzuzeigen. Das sind komplexe Problemstellungen und – abhängig von der Branche – schwierig und arbeitsintenisv. Deshalb löst man derartige Herausforderung am besten in Forschungsprojekten mit entsprechenden Förderungen. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass man für den Betrieb eine sehr umfassende Datenanalyse macht und daraus unglaublich viele Optimierungs-Potentiale ableiten kann.   

Florian Kabas: Ein Vorteil ist sicher auch, dass bei Forschungsprojekten immer mehrere Partner involviert sind. Meist ist es ein Konsortium aus Forschungsinstituten oder Universitäten und die Herausforderung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Gerade durch diesen Austausch kommt man – vor allem bei komplexeren Prozessen – zu wirkungsvollen Lösungen.

Welche Vorgehensweise hat sich bewährt, wenn ein Unternehmen beschließt, die Energiewende anzupacken?
Florian Kabas: Wichtig ist, dass man schaut, ob es sogenannte „Quick wins“ gibt, Maßnahmen, die man sehr einfach umsetzen kann und die sehr schnell gute Ergebnisse bringen. Für die Umsetzung von aufwändigen Maßnahmen ist es hilfreich, wenn vorher bereits kleinere Maßnahmen erfolgreich durchgeführt wurden. Dadurch wird Vertrauen in die Machbarkeit der Thematik aufgebaut, beispielsweise, weil die versprochenen Fördergelder auch wirklich geflossen sind. Dann ist die Motivation höher, weiterzumachen.

Österreich hat sich mit der netto-Klimaneutralität bis 2040 hohe Ziele gesetzt. Kann das aus Ihrer Sicht gehen?
Florian Kabas: Klima-Neutralität betrifft ja alle drei Energiebereiche: Strom, Wärme und Mobilität. Bei Strom ist der Weg bis zu einem gewissen Punkt vorgegeben. In Österreich soll es bis 2030 100 % Erneuerbare Energie geben, wir starten hier von einer guten Ausgangssituation von 75 %. Auch wenn es wegen zunehmender Netzbelastung und dergleichen nicht einfach sein wird, ist Strom dennoch ein Bereich, den man in den nächsten 10 Jahren „nur“ ausrollen muss. Es ist keine technische Frage, sondern eine Frage des Geldes, des Willens, von Genehmigungen und der Akzeptanz. Die größte Herausforderung ist wohl die (saisonale) Energiespeicherung. Da ist es schon schwieriger, das Thema Mobilität und Wärme zu lösen.

Magdalena Teufner-Kabas: Das Thema Wärme wird eine Herausforderung – insbesondere die Hochtemperatur. Es gibt die Möglichkeit, auf Strom umzusteigen oder auf Wasserstoff zurückzugreifen, das braucht jedoch so viel zusätzliche Energie, dass es unbedingt nötig ist, zuerst die Prozesse zu optimieren, um möglichst wenig von dieser hochwertigen Hochtemperatur zu benötigen.

Florian Kabas: Prinzipiell bedeutet es, dass der Strombedarf wesentlich höher sein wird als jetzt, da wir Strom auch zur Deckung von Wärme und Mobilität brauchen werden. Deshalb ist die Produktion von erneuerbarer Energie so wichtig. Wenn dann die erneuerbare Energie bis zu einem gewissen Punkt speicherbar ist, hat man auch einen Lösungsansatz für die anderen Bereiche.

 


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